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Was hat Fleisch mit dem tropischen Regenwald zu tun?

Aufgrund der Massenproduktion ist Fleisch so billig wie nie zuvor. Der Verbraucher übersieht dabei, dass die niedrigen Preise mit Umweltschäden, Zerstörung des Lebensraumes von Ureinwohnern und Tierquälerei, einhergehen. Viele Millionen Tiere darben in überfüllten, riesigen Ställen dahin.

Etwa drei Viertel der eiweißhaltigen Futtermittel für die europäische Massentierhaltung stammen aus Importen, zu einem großen Teil aus Südamerika. Die industriellen Soja-Monokulturen für den Export dehnen sich in Südamerika schon auf über 40 Millionen Hektar aus – eine Fläche so groß wie Deutschland und die Schweiz zusammen. Auf etwa zwei Drittel davon wird Gensoja angebaut. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um gentechnisch veränderte Soja. Ganze Landstriche werden per Flugzeug mit hochgiftigen Pestiziden besprüht.

Für den Anbau der eiweißreichen Sojabohne werden in Exportländern wie Brasilien, Argentinien, Bolivien und Paraguay Urwälder gerodet und Savannengebiete zerstört. Auch Grasland für riesige Rinderherden entstehen. Die einmaligen tropischen Regenwälder mit ihrem Artenreichtum gehen dabei unwiederbringlich verloren. Dies führt weltweit auch zu massiven Klimaveränderungen. Der Boden des tropischen Regenwalds ist nährstoffarm. Nach der Rodung wird er allmählich zu einer Wüste. Agro-Multis kümmert das nicht. Ihnen geht es nur um den schnellen Profit – auf Kosten der Natur. Die Politik versagt dabei, weil sie den Wert der Natur nicht erkennt oder weil die Widerstände zu groß sind.

Es wäre besser für uns alle, wenn viel weniger Fleisch gegessen würde. Eine Alternative kann Bio-Fleisch sein. Das kostet zwar mindestens doppelt soviel wie konventionelles Fleisch, aber wenn man nur halb soviel davon verzehrt und auch seltener Fleisch auf den Tisch bringt, kommt das nicht teurer.

Bei biologisch erzeugtem Fleisch gibt es Unterschiede. Nach der EG-Öko-Verordnung ist leider Soja-Importware zugelassen. Einzelne Handelsmarken verzichten auf derartige Importe. In den viel strengeren Richtlinien der Bioverbände ist es nicht erlaubt, Futter zu importieren. Bei Demeter z. B. muss mindestens die Hälfte des Viehfutters auf dem eigenen Hof erzeugt werden. Der Rest muss aus Deutschland stammen. Auch für die Tiere der Herrmannsdorfer Landwerkstätten wird bestimmt kein Urwald abgeholzt. Sie erhalten nur regional erzeugtes Futter. Dieses Fleisch gibt es auch in unserer Gemeinde in der Metzgerei Stocker.

Hedwig Rietzler