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Firma Fesey in Riemerling
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Mein Bayern

Irritationen durch nachträglichen Bauantrag und Zeitungsinterview

Gegenstand der Dezembersitzung des Gemeinderats im Jahr 2008 war auch ein Bauantrag für einen Anbau an bestehenden Gebäuden der Firma Fesey in Riemerling. Das Bauvorhaben an sich war unproblematisch, so dass der Gemeinderat am Ende einstimmig dafür votierte.

Für erhebliche Irritationen sorgte allerdings zu Beginn, dass die Verwaltung in den Sitzungsunterlagen, die dem Gemeinderat vorlagen, verschwiegen hatte, dass das betreffende Bauwerk schon längst steht und es sich nur darum handelte, seiner Errichtung nachträglich den gemeindlichen Segen zu erteilen. Auch während der Sitzung gestand die Verwaltung erst nach einigem Hinhalten ein, schon seit längerer Zeit davon Kenntnis zu haben, dass der Bau bereits ohne die jetzt zu beschließende Genehmigung errichtet worden war. So verband die Fraktion der Grünen schließlich ihre Zustimmung zu dem Bauantrag mit der Aufforderung an die Verwaltung, genau abzuklären, ob im Zuge der Bauarbeiten auf dem Fesey-Gelände noch weitere Maßnahmen vorgenommen wurden, die erst noch genehmigt werden müssten.

In der Weihnachtsausgabe der Landkreis-SZ erschien dann wieder einmal einer der gelegentlich dort zu findenden Artikel über Nikoläuse, Osterhasen und andere charmante Schokoprodukte von Fesey. Dazu ein zweiter Text, offenbar basierend auf einem Interview mit Herrn Seybold, in dem dieser sich zu Problemen mit der Nachbarschaft geäußert hatte. (Siehe nebenstehenden Ausriss - zum Vergrößern klicken!)

Dazu muß man wissen, dass das Gelände der Firma Fesey mitten in der Gartenstadt Riemerling West liegt und viele Bürger sich durch den Lieferverkehr und die Geruchsimmissionen zunehmend gestört fühlen. Es ist einfach ein Unterschied, ob man den Duft gebrannter Mandeln bei einem Volksfest schnuppert oder immer wieder zu beliebigen Jahreszeiten in großer Intensität im eigenen Heim ertragen muß. Und es ist ein Unterschied zwischen dem früheren Lieferverkehr mit kleinen Lieferwagen und dem heutigen mit großen LKW, die ihre Spuren auch in den Grünstreifen neben den engen Straßen von Riemerling hinterlassen. Die Gemeinde hat bereits einige tausend Euro für die Befestigung des Untergrundes an einer besonders belasteten Stelle aufgewendet.

So gibt es nicht wenige Bürger und auch Gemeinderatsmitglieder, die die Zeit gekommen sehen, die Produktion der Firma Fesey ins Gewerbegebiet zu verlagern. Diese Stimmen hat Herr Seybold offenbar im Sinn, wenn er in dem genannten Interview behauptet, dass die Firma eigentlich im Ort nicht zu bemerken sei, dass eine Verlagerung nicht in Frage komme und den Ruin der Firma bedeuten würde und dass es sich bei den Kritikern um einige zugezogene Quertreiber handle, während die Firma quasi schon immer da sei.

Da macht es sich Herr Seybold etwas zu einfach. Auch die Anwohner haben Rechte, über die man sich nicht einfach hinwegsetzen kann, und sie sind bei weitem in der Überzahl. Und wenn Fesey nicht stagnieren sondern nach und nach weiter wachsen will, dann wird man unausweichlich über einen Umzug reden müssen. Wir denken, dass die Wertsteigerung des Fesey-Geländes durch Wohnbebauung auch für die Familie Seybold durchaus attraktive Perspektiven eröffnen könnte. Herr Seybold sollte da nicht schon im Vorfeld mauern, sondern offen dafür sein, zusammen mit der Gemeinde eine zukunftsfähige Lösung zu entwickeln. Und er sollte die Sympathien, die ihm seine charmanten Produkte eintragen, nicht durch pauschale Rundumschläge gegen Nachbarn aufs Spiel setzen, die nichts anderes verlangen, als die Wohnqualität, die man in einer Gartenstadt nun einmal erwarten kann.


Wolfgang Schmidhuber
 


SZ-Artikel