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Einbahnregelung Waldparkstraße
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Gemeinderatsmehrheit legt radfahrerfreundliche Planung auf EisAm 20. Juli 2006 - es war die Zeit vor der Wahl des Bürgermeisters - beschloss der Gemeinderat auf Antrag von Gisela Pfaller (Grüne) einstimmig, die Einbahnregelung auf der Waldparkstraße zwischen Rosenheimer Landstraße und Prinz-Alfons-Straße für Radfahrer aufzuheben. Am 16. November 2006 - es war die erste Gemeinderatssitzung, die Dr. Straßmair als neu gewählter Bürgermeister leitete - teilte er mit, dass dieser Beschluss nun umgesetzt werde. Dann geschah erst einmal nichts. Auf Nachfrage wurden als Gründe nacheinander die Kassenlage, das Wetter und die ausstehende Stellungnahme der Polizei genannt. Man hat uns die Realisierung mal für das Frühjahr und mal für den Herbst in Aussicht gestellt. Zuletzt versprach Bürgermeister Straßmair, Anfang Oktober 2008 werde die Maßnahme vollzogen. Am 23. Oktober 2008 beschloss der Gemeinderat auf Vorschlag von Dr. Straßmair gegen die Stimmen von Grünen und SPD , den Vollzug seiner zweieinviertel Jahre alten Entscheidung bis auf Weiteres auf Eis zu legen. Der Bürgermeister hatte Sicherheitsbedenken der Polizei ins Feld geführt, die Umbaumaßnahmen mit Kosten bis zu 15.000,- erfordert hätten. Wir halten die nach Auskunft von Straßmair von der Polizei geforderten Umbaumaßnahmen für völlig überzogen und zweifeln den behaupteten Kostenumfang an. Der eigentliche Grund für den Rückzieher ist aus unserer Sicht einfach mangelnder Wille, radfahrerfreundliche Politik zu machen und Beschlüsse umzusetzen, die von den Grünen initiiert wurden. Die Einbahnregelung in diesem kleinen Stück der Waldparkstraße, so sinnvoll sie auch im Hinblick auf den Autoverkehr sein mag, ist seit je her ein bedeutendes Ärgernis für Radfahrer. Wer von Westen her nach Riemerling will, sei es aus der Finkenstraße nach Überqueren der Rosenheimer Landstraße, sei es nach einem Einkauf bei den Geschäften in diesem Bereich (Bäckerei, Papeterie, Getränkemarkt, Metzgerei, Apotheke etc.), muß nach der geltenden Verkehrsregelung einen Umweg von mehreren hundert Metern in Kauf nehmen und über den Fuß- und Radweg in Verlängerung der Jagdstraße fahren. Kein Wunder, dass das vielen Radfahrern zu weit ist. Sie fahren einfach die hundert Meter entgegen der Einbahnstraße und ignorieren die Verkehrsregeln. Diesen Weg sollte die von uns angestrebte Regelung legalisieren.
Die hier rot umrandete Fläche müsste, so fordert die Polizei nach Auskunft von Bürgermeister Straßmair, der Straße zugeschlagen werden, um genügend Aufstellfläche für Radfahrer zu schaffen, die von Westen her in die Kreuzung einfahren. Nur so seien sie ausreichend vor Gegenverkehr und Abbiegern aus der Prinz-Alfons-Straße geschützt. Dafür müsse die Grüninsel samt Baum der Verlegung des Gehsteigs weichen und aufwändige Umbauten an der Straßenentwässerung wären nötig. Wir halten das für völlig überzogen. Die Bordsteine sind in Riemerling West durchweg flach gehalten, so dass sie von Autos im Begegnungsverkehr überfahren werden können. Da die verwendeten Steine der Belastung nicht Stand gehalten haben und gebrochen sind, wurden sie im Laufe der Jahre an vielen Stellen durch Teerflicken ersetzt. So auch hier. Damit gibt es keine Bordsteinkante mehr, die einen Radler zu Fall bringen könnte. Radfahrer könnten so, wenn es einmal eng werden sollte, problemlos auf den Gehweg ausweichen.
Radfahrer, die von Westen her an die Kreuzung kommen, haben gute Sicht nach
rechts in die Prinz-Alfons-Straße und sind von dort gut zu sehen, zumal
wenn die kleine Strauchinsel gepflegt und kurz gehalten wird.
Auch nach links bestehen gute Sicht und Sichtbarkeit. Es wäre also absolut möglich gewesen, die Einbahnregelung ohne weitere bauliche Veränderungen für Radfahrer aufzuheben. Verkehrsschilder "Radfahrer kreuzen in beiden Richtungen" an der Prinz-Alfons-Straße hätten nach unserer Auffassung zur Absicherung genügt. Bei einer späteren Renovierung der Straßen hätte man dann auch bauliche Anpassungen vornehmen können. Die Rede von einer gefährlichen Situation, die teure Umbaumaßnahmen erfordert, ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar. Unser Angebot, die Situation einmal zusammen mit erfahrenen Alltagsradfahrern zu besichtigen, wurde vom Tisch gewischt. Die Polizei habe genügend Sachverstand. Fährt die Polizei Rad? Im übrigen wurde die schriftliche Stellungnahme der Polizei entgegen früheren Zusagen im Gemeinderat nicht vorgelegt, sondern nur von Dr. Straßmair referiert. Wer eine für Radfahrer wirklich gefährliche Situation erleben will, fährt auf der Waldparkstraße in Einbahnrichtung zur Rosenheimer Landstraße und versucht dort links abzubiegen:
Hier muß der Linksabbieger, der die Einfahrt zum Radweg erreichen will, die stark befahrene Rosenheimer Landstraße diagonal überqueren und dann in einem Bogen vor dem Gegenverkehr aus der Finkenstraße kreuzen. Es wäre ein Leichtes gewesen, zehn Meter weiter links nochmal eine Einfahrt auf den Radweg zu schaffen und so den Radfahrern problemloses Abbiegen zu ermöglichen. Wo waren hier die Sicherheitsbedenken der Polizei? Wer hier sagt, der Radfahrer soll absteigen, nach rechts zur Anforderungsampel für die Fußgänger gehen, dort warten und dann bei Grün hinüberschieben, hat nicht verstanden: Das Fahrrad ist kein Freizeitgerät, sondern das vernünftigste Verkehrsmittel vor allem für kurze Strecken. Radfahrer haben Anspruch darauf, als Verkehrsteilnehmer ernst genommen zu werden und flüssig fahren zu können. Nur so kann der Fahrradverkehr gefördert werden und das ist im Interesse von allen: weniger Lärm, weniger Abgase, weniger Energie- und Flächenverbrauch und mehr Gesundheit durch Bewegung. Es wird Zeit für eine radfahrerfreundliche Politik - auch in Hohenbrunn. |
Bildquelle: Wikipedia
Zum Weiterlesen:
ADFC:
Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt):
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